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Homeoffice: So arbeiten Sie effektiv von Zuhause aus

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Schöne, flexible, neue Arbeitswelt: Immer mehr Menschen arbeiten komplett selbstständig von Zuhause aus oder können zumindest an einzelnen, festen Tagen ihren Job im eigenen Homeoffice erledigen. Was für ein Luxus: Arbeitszeit und Privatleben können frei bestimmt und besser vereint werden! Doch nur wer seinen Arbeitsplatz richtig gestaltet, kann effektiv arbeiten. Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl gibt hilfreiche Tipps.

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Wohlgefühl und Leistungsbereitschaft hängen eng zusammen (Foto: Thinkstock)

Wer sich in seinem Homeoffice wohlfühlt, ist leistungsbereiter (Foto: Thinkstock)

Ideal: Ein eigenes Arbeitszimmer
Privilegiert sind diejenigen, die für ihr Homeoffice einen eigenen Raum zur Verfügung haben. „Je klarer Privat- und Arbeitsbereich voneinander getrennt sind, desto besser kann man sich auf die Arbeit konzentrieren“, weiß Wohnpsychologin Dr. Barbara Perfahl. Ein eigener Raum hat aber noch einen weiteren Vorteil: Wer nach getaner Arbeit die Tür hinter sich schließen kann, hat mehr von seiner Freizeit! Kein Blick auf unerledigte Aufgaben trübt den wohlverdienten Feierabend.

Ebenso entscheidend: Sie sollten sich in Ihrem Homeoffice wohl fühlen und es hübsch einrichten. Was naheliegend klingt, sieht in der Praxis oft anders aus. „Häufig wird ausgerechnet der Raum zum Büro, den sonst keiner haben wollte. Auch die Möbelstücke sind nur allzu oft ein Sammelsurium übriggebliebener, abgewohnten Möbel“, berichtet die Expertin aus Erfahrung. „Vielen ist nicht bewusst, dass ein angenehmes Arbeitsumfeld die Zufriedenheit mit der Arbeit und die generelle Leistungsbereitschaft erhöht.“

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Wohnen und Arbeiten in einem Raum: So klappt´s
Wer keinen eigenen Raum für das Homeoffice hat, sollte die einzelnen Raumfunktionen zumindest optisch klar voneinander trennen. Ideal sind hier Raumteiler, z.B. ein halbhohes Regal, ein paar Zimmerpflanzen oder auch ein Teppich. „Teppiche schaffen Inseln im Raum, die dann getrennt voneinander wahrgenommen werden“, erklärt Barbara Perfahl. Ebenfalls sehr hilfreich: Möbel, die die Arbeitsunterlagen schnell und komplett verschwinden lassen, z.B. ein Sekretär oder Regale mit Türen. So können Sie eine klare Trennung zwischen Job und Privatleben vollziehen und ganz nebenbei auch besser Ordnung halten.

Nicht zu Unterschätzen ist auch die Wahl des Raumes: Ruhig soll er sein. „Vielleicht ist aber nicht unbedingt im Wohnzimmer, sondern z.B. in einem Bereich der Diele ein besonders ruhiges Plätzchen“, regt die Psychologin an. „Vom Homeoffice im Schlafzimmer würde ich dagegen abraten, auch wenn es dort oft am ruhigsten ist. Das Schlafzimmer ist ein Ort der Erholung und unser persönlichster Bereich in der Wohnung. Gedanken an unerledigte Aufgaben und Arbeitsstress haben hier nichts verloren.“

Wichtig: Der Platz für den Schreibtisch
Der beste Platz für den Schreibtisch ist einer mit einem weiten Ausblick ins Grüne. Dr. Perfahl: „Studien belegen, dass der Wechsel von zielgerichteter Aufmerksamkeit, z.B. beim Blick auf den Computerbildschirm, und der Möglichkeit den Blick frei und weit durch die Natur schweifen lassen zu können, die Leistungsfähigkeit, aber auch die Fähigkeit zur Regeneration erhöht.“ Wer vom Schreibtisch aus keinen schönen Ausblick nach draußen hat, kann im Zimmer eine „grüne Insel“ mit Grünpflanzen schaffen.

Tipps von Wohnpsychologin Dr. Perfahl für effektives Arbeiten im Homeoffice:

- Drei Dinge sind in Ihrem eigenen Büro unerlässlich: Ein ergonomisch gestalteter Schreibtischstuhl, auf dem Sie aufrecht sitzen können und der Bewegung im Becken zulässt, ein Schreibtisch, den Sie richtig gerne mögen und eine gute Lampe mit einem angenehmen Licht.

- Finden Sie kleine Rituale, die Ihnen den Wechsel vom Privaten ins Berufliche und umgekehrt erleichtern: Beginnen Sie Ihren Arbeitstag z.B. immer bei einem schönen Milchkaffee und planen Sie dabei Ihre Aufgaben. Zur Beendigung Ihres Arbeitstages könnten Sie Ihre Lieblingsmusik einschalten und sich 10 Minuten Zeit nehmen, um den Schreibtisch aufzuräumen.

- Planen Sie Ihre Arbeitszeit klar und arbeiten Sie zu festgelegten Zeiten. Das kann dann z.B. bedeuten, morgens von 7 bis 11 und dann erst wieder von 17 bis 21 Uhr zu arbeiten und dazwischen Zeit für die Familie zu haben.

- Pflegen Sie ein Netzwerk für den beruflichen Austausch. Gerade Freiberufler und Selbständige laufen sonst Gefahr im Homeoffice zu vereinsamen.

Zusammenziehen: So überlebt die Liebe

Das Homeoffice: Die rechtliche Seite
Achtung: Ein eigener Arbeitsbereich in der Mietwohnung ist nicht grundsätzlich erlaubt! „Ist im Zusammenhang mit Ihrer Tätigkeit davon auszugehen, dass sich andere Mieter gestört fühlen - wenn es beispielsweise zu häufigem Kundenverkehr kommt, weil Sie ein Kosmetikstudio eröffnen wollen oder Ihr Gewerbe mit einer Ruhestörung verbunden ist, weil Sie Musikunterricht geben - dann müssen Sie im Vorfeld unbedingt die Erlaubnis Ihres Vermieters einholen“, rät Rechtsanwältin Tanja Leopold von der Deutschen Anwaltshotline. „Ihr Vermieter hat Ihnen seine Wohnung schließlich zur privaten und nicht zur gewerblichen Nutzung überlassen.“

Doch keine Sorge: Wenn Sie lediglich ruhig am Schreibtisch arbeiten, kann Ihr Vermieter nichts gegen ein Büro in der Wohnung einwenden. Ratsam wäre es trotzdem, ihn darüber zu informieren und sich die Nutzungsänderung schriftlich bestätigen zu lassen.

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