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Fünf Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Tag eins nach dem „Aufwärtscrash“ mit einem Plus von knapp 350 Punkten: Kann der Dax diese Riesengewinne halten oder sogar noch ausbauen? Worauf Anleger achten sollten.

Die Hoffnung auf eine Entschärfung der beiden Dauer-Krisen Zollstreit und Brexit verhalf dem Dax zu einem Kursplus von insgesamt gut vier Prozent. Foto: dpa

Hoffnungen auf ein versöhnliches Ende im Handelsstreit haben am vergangenen Freitag ausgereicht, um den Dax die Hürde von 12.500 Punkten überwinden zu lassen. Der deutsche Leitindex schloss 2,86 Prozent höher bei 12.511 Punkten und 347 Zähler über dem Vortagsniveau. Solch einen „Aufwärtscrash“ gibt es selten.

Ein Grund für die Euphorie unter den Anlegern war: Nach monatelangem Stillstand kommt Bewegung in die Handelsgespräche zwischen den USA und China. Beide Seiten erörterten bereits Vorbereitungen für künftige Konsultationen. Zudem stieg die Möglichkeit eines Brexit-Deals.

Die Hoffnung auf eine Entschärfung der beiden Dauerkrisen Zollstreit und Brexit verhalf dem Dax in den vergangenen Tagen zu einem Kursplus von insgesamt gut vier Prozent. Doch reicht das, um das Börsenbarometer über der Marke von 12.500 Punkte zu halten? Zumindest in den heutigen Handelstag dürfte der deutsche Leitindex laut außerbörslichen Handelsplattformen mit einem leichten Plus starten.

1 – Vorgaben aus den USA

Eine Teileinigung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Stimmung an den US-Börsen zum Wochenschluss beflügelt. US-Präsident Donald Trump erklärte, beide Seiten seien sehr kurz davor, den Handelskrieg zu beenden. Das sich abzeichnende Abkommen soll Landwirtschaft, Währung und einige Aspekte des Schutzes des geistigen Eigentums abdecken. Es wäre der größte Schritt der beiden Länder in 15 Monaten.

Der Dow Jones-Index stieg am Freitag um 1,2 Prozent oder 320 Punkte auf knapp 26.817 Punkte. Der breiter gefasste S & P legte 1,1 Prozent auf 2970 Zähler zu, der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,3 Prozent auf 8057 Punkte. Die Börsen schlossen damit unter ihren Höchstständen im Handelsverlauf.

2 – Handel in Asien

Die Börsen in Asien haben am Montag nach Handelsgesprächen zwischen den USA und China zugelegt. Während der Handel in Tokio aufgrund eines Feiertages am Montag ausgesetzt ist, lag die Börse in Schanghai 1,5 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen gewann 1,6 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 1,6 Prozent.

3 – Britisches Parlament nimmt Arbeit wieder auf

Nach der Suspendierung wird das britische Parlament mit einer Rede der Queen am Montag wiedereröffnet. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte das Parlament am 8. Oktober in eine fünftägige Pause geschickt. Mit der Verlesung des Regierungsprogramms durch Königin Elisabeth II. nimmt das Parlament die Arbeit wieder auf.

Derzeit versuchen die EU und Johnson, doch noch eine Einigung zu erzielen, um einen ungeregelten Brexit Ende Oktober zu verhindern. Die größte Hürde ist dabei eine Zustimmung des Parlaments zu einem möglichen Abkommen. Ohne die Brexit-Hardliner aus den eigenen Reihen wäre Johnson auf große Unterstützung aus der Opposition angewiesen.

4 - Entscheidung über den weltgrößten Börsengang

Das Board von Saudi Aramco dürfte seine finale Entscheidung zum geplanten Börsengang treffen. Der weltführende Ölproduzent Saudi Aramco hatte bis Ende des Jahres zunächst einen Teil-Börsengang in Riad geplant. Fünf Prozent seiner Anteile will Saudi Aramco insgesamt an die internationalen Börsen bringen – für bis zu 100 Milliarden Dollar. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten.

Nun könnte die Entscheidung fallen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Die Drohnenangriffe auf die Ölanlagen in Churais und Abqaiq im September hatten die Raffinerien des Ölproduzenten jedoch schwer getroffen. Branchenexperten zufolge sind die Börsenpläne dadurch noch einmal komplizierter geworden.

5 – EU gibt Zahlen zur Industrieproduktion bekannt

Am heutigen Montag legt die europäische Statistikbehörde Eurostat Daten zur europäischen Industrieproduktion im August vor. Zuletzt gab es hier zwei Monate in Folge einen Rückgang, der sich allerdings im Juli wieder etwas verlangsamt hatte. Die schlechte Weltkonjunktur schlägt zunehmend auch auf produzierende Unternehmen in Europa durch. Davon betroffen sind in Deutschland vor allem Autohersteller sowie die -zulieferindustrie.

Termine Unternehmen am 14. Oktober

07:00 D: Fraport, Verkehrszahlen 09/19

Termine Konjunktur

D: Bundeswirtschaftsministerium Monatsbericht 10/19

über Nacht China: Handelsbilanz 09/19

08:00 D: Destatis Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich 07/19

08:00 D: Indizes der Großhandelspreise 09/19

11:00 Euro-Zone: Industrieproduktion 08/19

12:00 GBR: Nach vorübergehender Suspendierung: Britisches Parlament wird von der Queen wiedereröffnet mit Eröffnungsrede von Queen Elisabeth II. (12.30 h) im britischen Oberhaus

Sonstige Termine

10:00 D: Beratungsunternehmen EY stellt Bankenbarometer 2019 vor. Wie bewerten die Banker selbst die Perspektiven für ihre Geldinstitute? Wo werden Jobs abgebaut, wo entstehen neue Stellen? Wie werden sich die Gehälter entwickeln? Sollen Bankkunden stärker zur Kasse gebeten werden?

Euro-Zone: Treffen der EU-Agrar- und Fischereiminister in Luxemburg (1. Tag)

Hinweis:

JPN: Feiertag - Börse geschlossen

USA: Feiertag - Anleihemarkt geschlossen

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