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Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind


Der Dax dürfte an diesem Mittwoch zum Handelsstart erneut im Minus notieren. Anleger beschäftigt weiterhin die Hoffnung auf eine US-Zinssenkung.

Erweist sich der Konsum derzeit als Stütze der Konjunktur? Foto: dpa

In der Wochenmitte dürften Anleger weiterhin zurückhaltend agieren. Nachdem der deutsche Leitindex Dax am Dienstag 0,4 Prozent einbüßte und bei 12.228 Punkten schloss, notiert er auch an diesem Mittwoch auf vorbörslichen Handelsplattformen leicht im Minus.

Die Märkte dürften weiterhin die Entwicklungen der US-Zinspolitik interessieren. Notenbankchef Jerome Powell betonte am Dienstag in New York, dass er sich bei seiner Entscheidung über eine mögliche Zinssenkung nicht vom Weißen Haus reinreden lassen werde. Seine Kollegen und er seien darauf fokussiert, den Zins auf das richtige Niveau zu setzen, sagte er am Abend.

Mit Blick auf die anhaltenden Attacken von US-Präsident Donald Trump auf den Kurs der Notenbank fügte er hinzu: „Die Fed ist immun gegen kurzfristigen politischen Druck - das wird oft als unsere Unabhängigkeit bezeichnet.“

In den vergangenen sechs bis acht Wochen hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bedeutend verändert. Die Schlüsselfrage sei nun, ob die Unsicherheit auch weiterhin auf dem Ausblick laste, sagte Powell und hielt damit die Tür für eine Zinssenkung weiter offen.

Der Fed-Chef sagte, der Kongress habe den unabhängigen Status der Fed bewusst so gewählt. Denn es sei schädlich, wenn die Geldpolitik vor kurzfristigen politischen Interessen einknicke. „Zentralbanken in Demokratien großer Länder weltweit genießen eine ähnliche Unabhängigkeit“, betonte Powell.

Beim Handelsstreit richten sich nun alle Blicke auf ein geplantes Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping am Wochenende am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka. Im Mai war der Gesprächsfaden zwischen den beiden Handelsmächten abgerissen.

Die US-Seite hatte der Regierung in Peking vorgeworfen, von bereits gemachten Zusagen wieder abzuweichen. China und die USA haben sich gegenseitig mit Sonderzöllen überzogen, was die Konjunktur weltweit bremst. Trump wirft der Volksrepublik unfaire Handelspraktiken vor und hat mit weiteren Maßnahmen gedroht.

Kopfschmerzen bereiteten Investoren außerdem die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran. Trump hat dem Iran mit Auslöschung einzelner Ziele im Fall von Angriffen auf Amerikaner oder US-Einrichtungen gedroht. Der Iran bezeichnete zu Wochenanfang verhängte neue US-Sanktionen als Ende der Diplomatie. Was für Anleger heute noch wichtig ist:

1 – Vorgabe aus den USA

Die New Yorker Börsen standen am Dienstag unter anderem unter dem Eindruck einer milliardenschweren Übernahme. Die Papiere von Allergan sprangen um 25 Prozent in die Höhe auf rund 162 Dollar. Die Pharmafirma Abbvie bietet Eignern des Botox-Herstellers 188,24 Dollar je Aktie in bar und eigenen Papieren. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf 63 Milliarden Dollar. Der Deal soll im ersten kompletten Geschäftsjahr den Reingewinn um zehn Prozent steigern. Abbvie-Titel brachen dagegen um 16 Prozent ein.

Der Leitindex Dow Jones schloss in New York 0,7 Prozent tiefer bei 26.548 Punkten. Der breiter gefasste S & P 500 fiel um rund ein Prozent auf 2917 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq sank um 1,5 Prozent auf 7884 Punkte.

2 – Handel in Asien

Nachlassende Zinsspekulationen in den USA haben am Mittwoch die Kurse an den großen Börsen Asiens leichter tendieren lassen. Fed-Präsident Jerome Powell und der lokale Fed-Chef von St. Louis, James Bullard, hatten am Vorabend die Möglichkeit aggressiver US-Zinssenkungen heruntergespielt. In Tokio notierte der Leitindex Nikkei 0,55 Prozent tiefer mit 21.0763 Punkten. Der MSCI-Index für die asiatischen Märkte ohne Japan verlor 0,5 Prozent.

3 – Ausblick auf die US-Geldpolitik

Der US-Notenbankchef hält sich die Tür für eine Zinssenkung weiter offen, dies wurde durch seine Äußerungen am Dienstag erneut klar. Powell hatte unlängst vor dem Hintergrund des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China Bereitschaft zu einer Zinssenkung signalisiert. Die Fed behielt den Leitzins allerdings in der vergangenen Woche in einer Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. An den Märkten wird bereits für Juli mit einer Zinssenkung gerechnet.

4 – Daten zum Konsumklima

Das Marktforschungsunternehmen GfK veröffentlicht am Mittwoch den aktuellen Konsumklimaindex. Die monatliche Studie gibt Auskunft über die Konsumneigung der privaten Haushalte in Deutschland. Diese hängt zum Beispiel von den Einkommenserwartungen der Bürger ab.

In der sich abschwächenden Wirtschaftsentwicklung erweise sich der Konsum derzeit als wichtige Konjunkturstütze, sagte ein Sprecher. Jedoch dürfe die Verunsicherung der Verbraucher durch die unübersichtliche internationale Lage nicht weiter zunehmen. Die GfK-Studie basiert auf rund 2000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union.

5 – Nato berät über Optionen nach Aus für Abrüstungsvertrag

Die Verteidigungsminister der 29 Nato-Staaten beraten am Mittwoch über mögliche Konsequenzen aus der Auflösung des INF-Vertrages über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen. Nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg soll bis Anfang August zwar noch einmal versucht werden, die Vereinbarung zwischen den USA und Russland zu retten. Gleichzeitig hat das Bündnis aber bereits mit den Planungen für eine Welt ohne INF-Vertrag begonnen.

6 – Kabinett entscheidet über Haushalt und neue Rüstungsexportrichtlinien

Das Kabinett will am Mittwoch den Bundeshaushalt für 2020 absegnen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat nach der trüben Steuerschätzung noch einmal nachgebessert und alle Ministerien zu weiteren Einsparungen aufgefordert. Insgesamt sind nun Ausgaben in Höhe von 359,9 Milliarden Euro geplant.

Dass der Etat trotz weniger stark steigender Steuereinnahmen ausgeglichen ist, liegt aber vor allem an niedrigen Zinsen. Außerdem will das Kabinett über neue Richtlinien für die Genehmigung von Rüstungsexporten entscheiden.

Termine Unternehmen am 26. Juni

  • 11:00 Uhr Deutschland: Cancom Hauptversammlung
  • 13:30 Uhr Luxemburg: Aroundtown Hauptversammlung
  • 11:00 Uhr Luxemburg: Grand City Properties Hauptversammlung
  • 08:00 Uhr Frankreich: Schneider Electric, Investor Day
  • 09:30 Uhr Yara International, Capital Markets Day
  • 13:00 Uhr Kanada: Blackberry, Q1-Zahlen

Termine Konjunktur 26. Juni

  • 08:00 Uhr Deutschland: GfK Verbrauchervertrauen 07/2019
  • 08:00 Uhr Deutschland: Statistisches Bundesamt zu Preisen für Wohnimmobilien Q1/2019
  • 08:45 Uhr Frankreich: Verbrauchervertrauen 06/2019
  • 14:30 Uhr USA: Auftragseingang langlebige Güter 05/2019 (vorab)
  • 14:30 Uhr USA: Lagerbestände Großhandel 05/2019 (vorab)
  • 16:30 Uhr USA: Energieministerium Ölbericht (Woche)