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Sechs Dinge, die für Anleger heute wichtig sind

Klarheit beim Brexit und im Handelsstreit haben die Anleger vergangene Woche in gute Stimmung versetzt. Das könnte weiter für Auftrieb sorgen.

Der deutsche Leitindex hatte die vergangene Woche mit Abschlägen beendet. Foto: dpa

Zwei Stimmungsaufheller gab es in der vergangenen Woche an den Börsen, die auch noch am Montag gute Stimmung verbreiten dürften. Durch den klaren Wahlsieg von Boris Johnson in Großbritannien und die Teileinigung im Handelsstreit zwischen den USA und China könnte in der letzten Handelswoche vor Weihnachten eine Jahresendrally starten. Da auch die Europäische Zentralbank ihre ultralockeren Geldpolitik beibehält, urteilt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Devisenhändler Axitrader: „Drei Mal grünes Licht für die Börse.“

Durch den Sieg in der Richtungswahl in Großbritannien, kann Premierminister Boris Johnson mit der absoluten Mehrheit im Rücken seinen Brexit-Deal nun durch das Parlament bringen und das Land zum 31. Januar 2020 geordnet aus der EU führen. Die für Sonntag geplante Anhebung der US-Zölle auf chinesische Waren wurde unterdessen abgesagt. Im Gegenzug wollen die Chinesen mehr Waren aus der US-Landwirtschaft, der Industrie und dem Energiesektor kaufen. Große Streitthemen wie die massiven Subventionen für Chinas Staatsunternehmen und die Diskriminierung ausländischer Investoren sollen in einer zweiten Phase verhandelt werden.

Am Freitag hatte der Dax ein halbes Prozent höher bei 13.283 Punkten geschlossen. Am Montagmorgen notiert der Leitindex Dax auf außerbörslichen Handelsplattformen vor dem Handelsstart rund ein halbes Prozent im Plus.

1 – Vorgabe aus den USA

Die Wall Street hat sich am Freitag trotz der offiziellen Bestätigung der Teileinigung im US-chinesischen Handelsstreit kaum verändert gezeigt. Die wichtigsten Aktienindizes hatten sich im frühen Handel auf Rekordhöhe bewegt, allerdings ließ der Schwung schnell wieder nach. Bereits am Donnerstag hatten die Anleger die Aussicht auf einen Deal zwischen China und den USA gefeiert.

Experten zeigten sich zurückhaltend wegen des Auf und Abs der letzten Monate im Handelsstreit. Der Dow-Jones-Index stagnierte unverändert bei 28.135 Punkten. Der S & P trat mit 3169 Punkten ebenfalls auf der Stelle. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,2 Prozent auf 8.735 Punkte vor.

2 – Handel in Asien

Die Teileinigung zwischen den USA und China im Handelsstreit haben den asiatischen Aktienmärkten zu Wochenbeginn Kursgewinne beschert. Bei Händlern blieb jedoch eine Restskepsis. „Die Ankündigung ist ein Schritt in die richtige Richtung für die beiden Länder“, schrieben die Analysten von ANZ. Der Handelskonflikt sei damit aber nicht gänzlich ausgeräumt.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans erhöhte sich um 1,5 Prozent. Allein in Australien ging die Börse 1,7 Prozent nach oben. In Japan nahmen dagegen Anleger Gewinne mit. Die Börse in Tokio war am Freitag wegen der Aussicht auf das Teilabkommen auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr gestiegen. Bis zum Mittag notierte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index nahezu unverändert. Die Börse in Shanghai und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen tendierten ebenfalls seitwärts.

3 – Musterverfahren von VW-Investoren zur Dieselaffäre geht weiter

Am Braunschweiger Oberlandesgericht steht heute die nächste Verhandlung im Musterverfahren von VW-Investoren zum Dieselskandal an. Die Anleger werfen dem Management des Konzerns und der Porsche-Dachgesellschaft PSE vor, sie zu spät über die finanziellen Risiken der im September 2015 bekanntgewordenen Abgasmanipulationen informiert zu haben. Eine entsprechende Ad-hoc-Mitteilung sei nicht rechtzeitig herausgegeben worden – Volkswagen-Aktien verloren stark an Wert.

In dem Prozess vertritt Deka Investment zahlreiche Aktionäre, die sich geprellt fühlen und vom Wolfsburger Autobauer Schadenersatz in Milliardenhöhe verlangen.

Ein weiteres Musterverfahren am OLG betrifft Schadenersatzforderungen Tausender VW-Dieselkunden. Sie wollen mit Hilfe des neuen Instruments der Musterfeststellungsklage einen grundsätzlichen Anspruch auf Entschädigung ermitteln lassen. In diesem Fall tritt der Bundesverband der Verbraucherzentralen als Musterkläger auf.

4 – Erdogan droht mit Schließung von US-Stützpunkten

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara, zwei Stützpunkten der USA in der Türkei zu schließen. „Wenn erforderlich“ könne man die von den USA genutzte Luftwaffenbasis Incirlik und die US-Radarstation Kürecik in der Provinz Malatya schließen, sagte Erdogan am Sonntagabend in einem Interview mit dem Sender A Haber. Die Auseinandersetzung zwischen den USA und der Türkei hatte in der Vergangenheit mehrfach die türkische Lira unter Druck gesetzt und zu Verlusten an den türkischen Aktienmärkten geführt.

5 – Wohnimmobilienfirmen Adler, ADO und Consus planen Dreier-Fusion

Auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt bahnt sich eine Dreier-Fusion an. Die auf den Berliner Wohnungsmarkt ausgerichtete ADO Properties will sich mit ihrem Großaktionär Adler Real Estate zusammenschließen und sich anschließend auch den Projektentwickler Consus Real Estate einverleiben, wie die drei Unternehmen am Sonntag mitteilten.

Formal bietet ADO Properties den Adler-Aktionären 0,4164 neue Aktien an, das sind nach dem Schlusskurs vom Freitag insgesamt 1,03 Milliarden Euro. ADO Properties ist an der Börse gut 1,5 Milliarden Euro wert. Das fusionierte Unternehmen soll unter dem Namen Adler Real Estate Group firmieren.

6 – Vorläufiger Markit-Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone

Am Vormittag wird die Schnellschätzung für die Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone, Deutschland, Frankreich und Großbritannien vorgelegt, am Nachmittag folgen die USA. Analysten erwarten, dass die Stimmungsindikatoren stabil geblieben sind oder sich leicht verbessert haben. Das würde den Eindruck verstärken, dass die Talsohle durchschritten ist.

Termine Unternehmen am 16. Dezember

07:00 Uhr Deutschland: Isra Vision, Jahreszahlen (Call 10.30 h)

08:00 Uhr Schweden: Hennes & Mauritz, Q4-Umsatz

13:30 Uhr Luxemburg: Aroundtown, ao Hauptversammlung

15:30 Uhr Schweiz: Roche, Business Update Call

Termine Konjunktur am 16. Dezember

03:00 Uhr China: Industrieproduktion 11/19

03:00 Uhr China: Einzelhandelsumsatz 11/19

09:00 Uhr Frankreich: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/19 (vorläufig)

09:30 Uhr Deutschland: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/19 (vorläufig)

10:00 Uhr Europa: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/19 (vorläufig)

10:00 Uhr Italien: Verbraucherpreise 11/19 (endgültig)

10:30 Uhr Großbritannien: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/19 (vorläufig)

10:30 Uhr Deutschland: BGA Pressekonferenz zu „Wirtschaftliche Lage und Perspektive des deutschen Großhandels“, Berlin

11:00 Uhr Europa: Arbeitskosten Q3/19

12:00 Uhr Deutschland: Bundesbank, Monatsbericht 12/19

14:00 Uhr Europa: Fachkonferenz der Europäischen Zentralbank zur Geldpolitik u.a. mit EZB-Vize Luis de Guindos und EZB-Chefvolkswirt Philip Lane

14:30 Uhr USA: Empire State Index 12/19

15:00 Uhr Belgien: Handelsbilanz 10/19

15:45 Uhr USA: Markit PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 12/19 (vorläufig)

16:00 Uhr USA: NAHB-Index 12/19

18:00 Uhr Großbritannien: BoE Veröffentlichung Finanzstabilitätsreport und Banken-Stresstest

Deutschland: Bundeswirtschaftsministerium Monatsbericht 12/19

Sonstige Termine am 16. Dezember

09:30 Uhr Deutschland: Pk des Beratungsunternehmens Bain zu seiner aktuellen Studie zur Lage der deutschen Banken mit Bain-Deutschlandchef Walter Sinn und Bankenexperte Sebastian Thoben, Frankfurt

10:00 Uhr Deutschland Fortsetzung im Kapitalanleger-Musterverfahren nach der Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der Porsche Automobil-Holding 2007/2008

12:00 Uhr Deutschland: Arbeitsgericht verhandelt Kündigungsklage eines VW-Managers, Braunschweig

Europa: Treffen der EU-Agrar- und Fischereiminister (1. Tag)

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